Wir sind NORDstadt!

SZ LOKALES Dominik Prandl

Häfler Händler kämpfen um Beachtung

Seit dieser Woche werben Großplakate an neun Standorten in Friedrichshafen für die Nordstadt

  • Es menschelt: Geschäfte der Nordstadt werben mit Gesichtern um Aufmerksamkeit – hier am Häfler Bahnhof.
    Es menschelt: Geschäfte der Nordstadt werben mit Gesichtern um Aufmerksamkeit – hier am Häfler Bahnhof.
    Dominik Prandl
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Geigenbaumeister Ulrich Fischer spürt auch die Konkurrenz durch den Online-Handel.
    Geigenbaumeister Ulrich Fischer spürt auch die Konkurrenz durch den Online-Handel. 
    Dominik Prandl 
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Silvia Georgi vom 3D-Fotostudio hofft auf mehr Aufmerksamkeit.
    Silvia Georgi vom 3D-Fotostudio hofft auf mehr Aufmerksamkeit. 
    Dominik Prandl 
Friedrichshafen sz „Wir sind Nordstadt“ – Großplakate mit diesem Slogan begrüßen zur Zeit Touristen und Pendler am Häfler Bahnhof. Zusammen mit dem Stadtmarketing bemühen sich Geschäfte rund um die Charlottenstraße um mehr Aufmerksamkeit. Stadt und Händler sind sich einig, dass dies dringend notwendig ist.

 

Beim Treff Nordstadt machen sich Gewerbetreibende und Stadtmarketing schon länger Gedanken darum, wie der Stadtteil aufzuwerten ist. Im April dieses Jahres war dann die Idee geboren, durch Großflächenplakate und einen Einkaufsführer besondere Aufmerksamkeit zu erwecken. 23 Unternehmen haben zugesagt. An neun Standorten sind Mitarbeiter der Geschäfte, zusammen mit Gegenständen, die für das jeweilige Tätigkeitsfeld stehen, auf Plakaten zu sehen. Auch eine Facebook-Gruppe zum Thema gibt es seit Anfang des Monats. Dass die Aktion erst jetzt ins Rollen kommt, hat strategische Gründe: Weil im Sommer viele Bürger im Urlaub sind. Vor dem Weihnachtsgeschäft erhofft sich der Zusammenschluss laut Thomas Goldschmidt, Geschäftsführer des Stadtmarketings, eine besonders große Wirkung. Und die brauchen die Geschäfte laut Goldschmidt dringend: Die Geschäfte, darunter Angebote, die es in der Innenstadt nicht gibt, seien durch den Standort schlichtweg nicht augenfällig; zudem nicht direkt nebeneinander gelagert, wie Geschäfte in der Fußgängerzone.

Silvia Georgi vom 3D-Fotostudio nc3d in der Charlottenstraße hat nach der Eröffnung im März schnell gemerkt, dass hier weniger los ist. „Wer kommt schon hierher? Durch die Charlottenstraße bummelt doch keiner“, sagt sie. Obwohl Touristen sich in der Fußgängerzone um den See scharen, käme keiner auf die Idee, noch weiter oben nach Interessantem zu suchen. Über die gegenwärtige Aktion ist sie froh: „Wie sollen wir sonst auf unser innovatives Produkt aufmerksam machen?“

Auch Geigenbaumeister Ulrich Fischer aus der Riedleparkstraße ist sich sicher, dass viele Häfler überhaupt nicht wissen, dass es ein Musikgeschäft in der Stadt gibt. Dazu sei das Internet für ihn auch eine große Konkurrenz. Deshalb erhofft er sich von der gemeinsamen Aktion, das Bewusstsein der Leute zu erreichen, die nur die Innenstadt kennen. Selbst große Unternehmen wie die Sparkasse beteiligen sich am Bündnis. „Aus Solidarität“, wie Wolfgang Aich, Pressesprecher der Sparkasse erklärt.

 

Zugezogene sind angesprochen

Die Broschüre zur Aktion erscheint nächste Woche. In öffentlichen Einrichtungen ausliegend, soll sie die Menschen in die Nordstadt locken: Zum Beispiel vom Bahnhof oder Rathaus aus. Auch Zugezogene erhalten das Heft und werden so auf den Stadtteil jenseits der Bahnlinien aufmerksam gemacht. Finanziert wird die Werbemaßnahme von den Geschäften sowie der Aktion Friedrichshafen, die sich für eine positive Entwicklung in der Stadt im Sinne der Händler einsetzt.